Für LEADER muss weiter gekämpft werden

Für LEADER muss noch gekämpft werden

Die Zukunft der Förderung im ländlichen Raum ist noch nicht entschieden – wer sich engagiert und wer jetzt eine Projektidee hat, kann noch etwas bewegen

Wie geht es mit LEADER nach 2028 weiter? Diese Frage stand im Mittelpunkt des öffentlichen Vortrags im Anschluss an die diesjährige Mitgliederversammlung der LAG 4 mitten im Sauerland. Der Europaabgeordnete Dr. Peter Liese machte im Sauerländer Besucherbergwerk in Ramsbeck deutlich: Für LEADER lohnt es sich weiter zu kämpfen – die Entscheidung über die künftige Ausstattung ist noch offen.

Wie ist die Lage?

In Brüssel wird derzeit verhandelt, wie es mit LEADER ab 2028 weitergeht. Dass das Programm grundsätzlich erhalten bleibt, ist inzwischen erreicht – dazu haben eine breit unterstützte Unterschriftenaktion und viel Engagement aus ländlichen Regionen beigetragen. Offen ist aber noch, wie gut LEADER ausgestattet sein wird und wie viel Planungssicherheit es künftig gibt. Die Europäische Kommission hatte vorgeschlagen, ab 2028 jährliche Prioritäten für Budget und Struktur festzulegen. Das könnte die Planungssicherheit gerade für ländliche Regionen gefährden – etwa, wenn Mittel kurzfristig in andere Programme oder Großstädte umgelenkt werden. Auch ein steigender nationaler oder regionaler Finanzierungsanteil könnte die öffentlichen Haushalte zusätzlich belasten.

Was können wir tun?

Dr. Liese, Europaabgeordneter für Südwestfalen, rief dazu auf, jede Gelegenheit zu nutzen: Bundes- und Landtagsabgeordnete auf die Bedeutung von LEADER ansprechen, sich politisch für das Programm stark machen. „LEADER ist für mich eines der wichtigsten Programme der EU überhaupt. Hier entstehen die Projektideen direkt aus den lokalen Initiativen heraus und werden weiter abgestimmt – das ist Demokratie pur“, betonte er vor den anwesenden Mitgliedern und Gästen. Genau dieses Argument – dass LEADER vor Ort tatsächlich etwas bewegt – ist die stärkste Grundlage, um politisch für das Programm zu werben.

Was LEADER bei uns schon bewegt hat

Dass sich der Einsatz lohnt, zeigt der Blick in die eigene Region: Bereits 22 Projekte sind in der laufenden Förderperiode beschlossen worden, rund 1,1 Millionen Euro sind dadurch gebunden – von sportlichen Treffpunkten über internationalen Austausch im Ehrenamt bis hin zu Kochevents für Jugendliche. Diese Projekte sind der beste Beweis dafür, warum LEADER auch nach 2028 weitergehen sollte, und liefern genau die Argumente, die es jetzt braucht, um Politik und Öffentlichkeit von der Bedeutung des Programms zu überzeugen. Schauen Sie auf unserer Projektkarte vorbei und klicken Sie sich durch die Vielfalt der Region.

Jetzt handeln: Noch ein Jahr Zeit für neue Projektideen

Noch bis Mitte 2027 können neue LEADER-Projekte eingereicht werden – danach schließt sich das Fenster für diese Förderperiode. Rund 680.000 Euro der verfügbaren Mittel sind noch nicht verplant. Wer für seinen Ort, die Region oder aus seiner Vereinstätigkeit heraus eine Projektidee hat, sollte sie jetzt einbringen: Jedes neue Projekt zeigt, wie lebendig LEADER vor Ort ist – und macht die Region im politischen Ringen um die Zukunft der Förderung stärker.

Klimaschutz als zweiter Schwerpunkt

Als Sprecher der EVP-Fraktion im Ausschuss für Umwelt, Klima und Lebensmittelsicherheit legte Dr. Liese einen zweiten Schwerpunkt seines Vortrags auf den Klimaschutz. Die aktuellen Rekordtemperaturen und die – rückblickend – heißeste Dekade überhaupt gaben Anlass, über die strategischen Klimaziele der EU zu sprechen und darüber, wie sich die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen tragfähig für die Wirtschaft senken lässt. Denn durch den „Green Deal“ gilt weiterhin das Ziel, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dr. Liese brachte dazu konkrete Vorschläge und Beispiele aus der südwestfälischen Wirtschaft ein, machte aber deutlich, dass es dafür auch verlässliche Strategien auf nationaler Ebene braucht.

Im Anschluss an den Vortrag wurde weiter diskutiert und man verständigte sich darauf, sich auch künftig politisch für LEADER einzusetzen.

Wer eine Projektidee hat oder mehr über die Fördermöglichkeiten erfahren möchte, findet Informationen unter LEADER-Förderung – 4 mitten im Sauerland oder direkt beim Regionalmanagement der LEADER-Region 4 mitten im Sauerland.